Hey!

Was? April? Erst? Schon? Was passiert überhaupt? So mögen sich viele fühlen in der momentanen aussergewöhnlichen Lage. Wir hoffen auf eine gute Gesundheit und starkes Durchhalten – besonders denjenigen, denen es jetzt ans Existenzielle geht.
Auch für uns bedeutet es eine besondere Situation. Unser gewöhnlicher Redaktionsplan ist auf den Kopf gestellt, geplante Projekte aufs Eis gelegt und Kooperationen abgesagt oder verschoben. Auf unserem SPIELPLAN: +++Entfällt!+++Entfällt!+++Entfällt!+++.
Kultur und Theater müssen aber gerade jetzt weiterhin passieren. Wir glauben fest daran, dass diese Pause konstruktiv genutzt werden kann. Auch wenn die angewöhnten Räume, wo unter normalen Umständen Theater stattfindet, geschlossen sind und sich das auf absehbare Zeit nicht ändern wird. Denn es gibt weiterhin einen Raum, der allen zugänglich ist und offenbleiben wird: Das Internet. Und dieses ist vom Theater wenig erkundet.
Wir wollen als Medium aktiv mitgestalten. Aus diesem Grund etablieren wir eine neue Sparte: Das Digitale Theater. Wir wollen Formate finden und fördern, wie Theater im virtuellen Raum stattfinden – mit einem nicht minder hohen Qualitätsanspruch wie an analoges Theater. Wir sehen die künstlerische Aufgabe jetzt: Kreative Formate explizit für das Virtuelle zu finden. Wir rufen (zum OPEN CALL gehts hier) dazu auf, diese aussergewöhnliche Lage zu nutzen und neue Produktionen extra für den digitalen Raum zu entwickeln, die über simples Streamen von aufgenommen Theaterstücken – die für ganz anderes, analoges Umfeld geschaffen sind – hinaus gehen.
Am 31. März haben wir mit zwei Produktionen das digitale Theater auf intrige.ch eröffnet. @von_a_nach_b von Laura Tontsch spielt auf Instagram und behandelt das Leben des Anton Bertzmanns, seines Zeichens Verwaltungsfachangestellter. Täglich gibt es Stories und Videos aus seiner Quarantäne – bis es zu einer Erkenntnis von aussen kommt. BARBIE IN SEVILLA hätte am 31. März Premiere im Theater Basel gehabt. Stattdessen gibt es hier nun den ersten Teil des virtuellen dritten Teils, produziert zuhause von den Spielenden der Jungen Oper Basel – gespickt mit Humor, Plastikwelt und Alleine-Sein. Die Entwicklung von neuen Formaten für das Digitale braucht Zeit, waren sie bisher nicht vorhanden. Die zwei Produktionen sind als Pilot zu verstehen, für das was kommt: Im Laufe der nächsten Tage, Wochen und Monate präsentieren wir viele und unterschiedliche Produktionen, die im virtuellen Raum und mit den erlaubten Möglichkeiten spielen: Die Stücke gehen von virtuellen Chatrooms, über Webserien, auf Zoom und Skype aufgenommen bis zu virtuellen begehbaren Bühnen.
INTRIGE sucht weiterhin nach Produktionen, die mit den Werkzeugen des Internets Theater produzieren wollen. Für die Eingabe ein erstes Konzept, Biografien der Teilnehmenden und Kontaktdaten an Laura Tontsch schicken. Wir freuen uns!
Wir wollen nicht nur eine neue Theatersparte starten, sondern die Diskussion über diese eröffnen, die bisher nicht geführt wird. Ab dem 5. April laden wir Expert*innen ein, zu Theater in dieser Zeit und Formate des digitalen Theaters Position zu beziehen und ihre Standpunkte bekanntzumachen. Wie neu sind die gefundenen Formen wirklich? Was sind die Chancen, die Gefahren? Was bedeutet der mediale Overload, der unmittelbar nach der Ankündigung der Quarantäne eingesetzt hat? Wie lässt sich das postpandemische Theater gestalten? Regisseurin Laura Tontsch forscht seit langem an diesen Fragen – und beginnt diesen Diskurs mit x Thesen für digitales Theater.
Das ist bisher unser Programm für diesen Monat – wir freuen uns auf Publikum und Feedback.
Das wichtigste: Bleibt gesund.
Deine INTRIGE-Redaktion
PS: #LeaveNoOneBehind.

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