+
×

Wie können zwei weibliche Kaiserpinguininnen ein Ei ausbrüten? Diese Frage stellen sich Billie und Joe zwei Pinguininnen im Zoo des Central Parks. Im Stück Nicht alle Eltern sind Pinguine von der Theatergruppe Cie Pierre Caillou das in Zusammenarbeit mit dem kicks! Performing Arts Festival für ein Junges Publikum entstand, versuchen sie mit allen Mitteln und Wegen an ein Ei zu kommen. Dank der Unterstützung vom Zoo Personal erfolgreich.

Eisscholle, Plantschbecken und mehr

Nur schon das Bühnenbild ist ein Meisterwerk der Kreativität. Am Boden liegt eine weisse Eisscholle, auf der mit einem blauen Plantschbecken das Wasserbecken markiert wird. Der Eisberg besteht aus einer Leiter mit weissen Gartenstühlen aus Plastik und eine blaue Kühlbox dient als Kühlschrank, Fernseher und Fussablage. Das Zoopersonal besteht aus einem Lautsprecher, der so beleuchtet ist, dass man über die Lichtstärke das «Vibrieren» des Lautsprechers bei der Durchsage sieht. Um von der Eisscholle in den weiteren Bereich des Zoogeheges zu kommen, hüpfen die Pinguininnen immer charmant über die Kante der Eisscholle. Überhaupt ist neben der allgemeinen Performance die physische Umsetzung der Körperlichkeit von Pinguinen bei beiden Schauspieler:innen zu bewundern. Sichtbar wurde diese unter anderem beim stelzigen Gang, den die Flossen an den Füssen unterstützten.
2_Nicht_alle_Eltern_sind_Pinguine
© Benoit Monney

Die Kaiserpinguininnen Show

In diesem Zoo leben Kaiserpinguininnen nicht nur, sondern haben auch eine eigene Show. Sie mögen diese Verpflichtung dem Zoopublikum gegenüber nicht besonders gerne. Umso witziger ist das Programm, was das Publikum zu sehen bekommt. Für die Show muss erstmal ein aufblasbarer Regenbogen hinter der Bühne hervorgezaubert werden. Also hüpft eine Pinguinin von der Eisscholle und holt den Regenbogen. Zur passenden Showmusik, hüpft eine Pinguinin auf dem Trampolin und lässt ein Gymnastikband durch die Luft fliegen. Choreografiert versteht sich. Die andere Pinguinin tanzt vor dem Regenbogen. Höhepunkt der Show sind das Eisschollenrutschen auf einem Skateboard und das Schwimmring-über-die-andere-Pinguinin-werfen. Was zweimal schiefgeht, um dann den Schwimmring bewusst von Hand überzustreifen. Die Stimmung ist so gut, dass das Publikum mit klatscht. Allein diese Einlage lohnt den Besuch dieses Stücks.
1_Nicht_alle_Eltern_sind_Pinguine
© Benoit Monney

Der grösste Wunsch

Wenn die Pinguininnen keine Show zeigen, haben sie eigene Pläne. Sie versuchen es vor dem Zoopersonal geheim zu halten. Sie schauen nämlich eine Doku auf dem Deckel der Kühlbox. Mit einem «Ba, Bam» eröffnet diese und die Kinder im Publikum rufen: «Netflix». Während dem Stück wird klar, das eigentliche Anliegen von Billie und Joe ist ein Ei zu legen. Die Doku zeigt ihnen wie man ein Paarungsritual ausführt. Herrlich komisch setzten die Pinguininnen das Paarungsritual aus, in dem sie sich sexy zu Musik bewegen, um einander drehen und ganz wichtig, am Fuss kitzeln. Leider geht der Plan schief und eine Diskussion über mögliche Fehler im Ritual etabliert sich. Glücklicherweise findet sich plötzlich ein Rugbyball im Gehege, der lieblich als Ei ausgebrütet wird. Die Show muss von nun an von einer Pinguinin allein aufgeführt werden, während die jeweils andere mit ausreden dem Zoopersonal gegenüber, das Ei wärmt. Weil die beiden Pinguininnen für Unfug bekannt sind, kommt ihnen das Zoopersonal auf die Schliche und verhilft ihnen zu einem richtigen Ei. Zum Schluss hören wir Babygeschrei, eine Trinkflasche wird geholt und ein cooles Lied beendet dieses unglaublich schöne, kindergerechte und innovative Theaterstück.

Kommentare unterstützt von Disqus.