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ich hab’ mal ein paar begriffe aufgeschrieben, die das wort «schwer» oder «leicht» enthalten.
sich schwer tun
schwerfällig sich beschweren sich erschweren schwermütig schwerelos schwer -> schwierig eine schwere last auf den schultern tragen schwerkraft
leichtsinnig leichtfüssig leichtgläubig sich erleichtern erleichternd das fällt mir leicht auf die leichte schulter nehmen leicht sein sich leicht fühlen light as in not heavy light as in a bright object
leicht zu sein ist gar nicht so einfach, wenn man daran denkt, wie man durch die schwerkraft von der erde angezogen wird. so leicht können wir also gar nicht sein, denn es erfordert immer enorme kraft einen menschen zu heben. von dieser kraft war auch kristina norman angetan. sie beschäftigt sich in ihrem stück ‘lighter than woman’ mit der schwerkraft und wie wir mit dieser umgehen.
die beziehung zwischen den badanti in italien und der ersten und einzigen italienischen astronautin, wirkt so logisch, dass ich erstmal gar nicht darüber nachdenke. im nachhinein merke ich jedoch, wie genial diese verbindung ist und wie viele parallelen tatsächlich dargestellt werden. die welt der badanti ist eine welt, die mir bis jetzt völlig fremd war, ein konzept, von dem ich noch nichts gehört habe. genau wie das leben im weltall, von dem ich zwar immerhin wusste, mich aber nie damit beschäftigte. diese beiden welten einander gegenüberzustellen, löst bei mir gleich diesen gedanken aus: wow.

© Epp Kubu

an dieser stelle eine kurze definition einer badante: eine ausländische frau, die ihre heimat verlässt um nach italien zu gehen und dort für eine familie zu arbeiten. sie kümmert sich um eine ältere person, die nicht mehr selbstständig ist und kriegt dafür lohn von deren familie. sie arbeitet 50 wochen im jahr und hat nur sechs stunden freizeit pro woche, sonntags von zwölf uhr mittags bis sechs uhr abends.
die leichtigkeit begegnet uns in dem stück ein paar mal. da ist natürlich die schwerelosigkeit im weltall. dann ist da ivana, die erzählt, dass arbeit, die man liebt, immer leicht ist. oder einem zumindest leichter fällt. da ist vika, die uns mit einer fast schon zu enormen leichtigkeit von ihrer brutalen flucht aus der ukraine erzählt. genauso treffen wir aber auch auf die schwere. die badanti, die rückenprobleme kriegen, weil sie den ganzen tag menschen aus dem bett auf ihre rollstühle heben. samantha, die mit der schwere auf der erde nicht klarkommt, und darum ins all flüchtet. die badanti, die ihr zuhause vermissen und jeden tag mit der schwere dieser situation umgehen müssen.
ein stück, zum lachen, zum weinen, zum kopf schütteln, zum jubeln und staunen. am ende des stückes samuel, mein sitznachbar, der aufsteht. samuel steht nie auf.

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