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Freie Bühne Kreuzlingen - SECRETS YOU WOULD NEVER TELL.
Klimaanlage läuft, der Raum füllt sich langsam. Im Publikum: Flüsterstimmen, junge Menschen, Kekse-Rascheln, Lachen und Kichern. Ein Sofa, ein Schränkchen, kleine Lampe. Ein Ort zum verweilen? Tick – Tack – Tick – Tack – Tick – Tack Es wird dunkel.
Wasser, Regen, Plätschern – Plitsch Platsch. Licht. Sieben Menschen unter Regenschirmen, in schwarz. Ein Klavier – Livemusik (gute Akustik) – der Regen verstummt.
Alle haben einen Zettel, eine Terminkarte, eine Einladung. Sie kennen sich aus der Schule. Bekannte, keine Freunde. Was sollen sie da? «Jetzt hani mi extra usegschliche, denn sölls sichs au glohnt ha…» Die Party zerfällt, der Gin bleibt. «Bis morn.»
Erneutes Treffen, einen Tag später. «Ich chan eifach nöd so mit Mensche», «Gseh werde…» Aber als wen? Sie sind Fremde und doch vertraut. «In euch allen liegt ein Geheimniss» => Look at me and tell me what you see…
Ein Tanz, ein Fall – Zusammenbruch. Ihr ist alles zu viel, viel zu viel. Essstörung. Zweifel, jeder zweifelt, jeder hat seinen Rucksack.
«Ich lahns mit mim Traum»… Wer soll man sein in der heutigen Welt? Jeder kommentiert über das Leben von anderen, jeder meint er wisse es besser. So oder so, andersch und doch glich. => «Wer definiert de Scheiss eigentlich! Entscheid di mal!» Druck, Stress, Vorwürfe. Falsch sein in Augen anderer. Doch «Wer weiss schon, wer wir sind…?» Wie ist man perfekt in einer unperfekten Welt?
Die Gruppe findet sich. Aus Fremden werden Freunde. Ein Halt.
Ich will schreien, doch alles was kommt ist Schmerz. Eine gibt’s. Die kann nicht loslassen, findet keinen Halt. Missbrauch, ein Trauma. Wohin mit all dem Schmerz?
Er – der einzige – krank, zum Sterben verurteilt, wollte helfen. Wollte ihr helfen, dass ihr Schmerz vergeht. Zeigen, dass alle was haben, alle haben immer irgendwas. Wollte halten, ihr den Halt geben, den sie so dringend braucht. Halt für dann, wenn er nicht mehr ist.
Ein Zettel – an alle. Mit einer Botschaft und dem Ziel Fremde zusammen zu bringen. Ihr so den Halt zu geben.
«Ich han so viel no welle mache. Nur eimal. Aber das het sich würklich glohnt. Es isch jedi Sekunde wert gsie.»
Regen fällt erneut. Sieben Menschen unter Regenschirmen. Alle in schwarz. Die Beerdigung. Licht aus.

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